Die Engel

Freylich ein ungläub’ger Thomas
Glaub’ ich an den Himmel nicht,
Den die Kirchenlehre Romas
Und Jerusalems verspricht.

Doch die Existenz der Engel,
Die bezweifelte ich nie;
Lichtgeschöpfe sonder Mängel,
Hier auf Erden wandeln sie.

Nur, genäd’ge Frau, die Flu¨gel
Sprech’ ich jenen Wesen ab;
Engel giebt es ohne Flu¨gel,
Wie ich selbst gesehen hab’.

Lieblich mit den weißen Händen,
Lieblich mit dem schönen Blick
Schu¨tzen sie den Menschen, wenden
Von ihm ab das Mißgeschick.

Ihre Huld und ihre Gnaden
Trösten jeden, doch zumeist
Ihn, der doppelt qualbeladen,
Ihn, den man den Dichter heißt.


[1847]


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